Beethoven „Trio-logie“

    Das Gesamtwerk der Klaviertrios an drei Abenden

    Unser Namenspatron ist für uns nicht nur Verpflichtung, sondern vor allem Inspiration:

    So ist es doch Luxus, das musikalische Genre des Klaviertrios auf Beethovens Spuren durchpflügen zu können. Sein kompositorisches Coming-Out, seine erste ernst zu nehmende Veröffentlichung sind gleich drei bahnbrechende Werke der Trio-Literatur – die drei Trios Opus 1, jedes davon in symphonischer Länge. Hier stellt der frisch in Wien angekommene „kompositorische Noch-Jungspund“  Beethoven klar, dass ab nun andere Maßstäbe in der Kammermusik gelten werden.

    Beschimpft er damals das Publikum als „Schweine“, die der Musik nicht genug Aufmerksamkeit zu schenken bereit seien, so zeigt er mit diesen drei Trios eindrucksvoll, daß er nicht gewillt ist, auf die gebräuchlichen Gepflogenheiten der Zuhörerschaft einzugehen. Er fordert – Publikum und Interpreten - und nimmt in Kauf, zu überfordern. Diese drei langen Trios, gemeinsam neunzig Minuten Musik, werden zu seiner ersten musikalischen Visitenkarte. Seltsam genug, daß sie beim konservativen Wiener Publikum sofort „einschlagen“, hieß und heißt es doch dort sonst immer: „Ändern tu ma gar nix, weil sonst hätt ma´s ja scho g´macht!“

    Am anderen Ende unserer Beschäftigung mit dem Gesamtwerk des Beethovenschen Trio-Ouevres (eben als 4-CD-Box bei Gramola erschienen) steht das monumentale „Erzherzog-Trio“, Opus 97.  Mit der Uraufführung dieses letzten Trios, von Beethoven am Klavier selbst gespielt, endet die pianistische Konzerttätigkeit des zunehmend ertaubenden Compositeurs, der schmerzlich registriert, dass er dem Konzertpublikum als Interpret plötzlich nicht mehr zumutbar scheint.

    Es ist also nicht nur ein Abschied vom Klaviertrio als Kompositionsgattung, sondern auch ein Abschied von der Bühne. Vielleicht auch wegen dieser wehmütigen Assoziation Beethovens wird dieser später kein Werk dieser Gattung mehr schreiben – umso  mehr wird das sphärenhaft himmlische bis derb polternd irdische „Erzherzog-Trio“ zum Mythos!

    Ein Bogen also vom „Opus 1-Debut“ bis zum melancholischen Abschied mit einem grandiosen Meisterwerk.

    Mehr als gute Gründe, die Beethovenschen Klaviertrios für uns als Verpflichtung, stets neugierige Sehnsucht und nicht zuletzt als wegweisenden Meridian unserer Trio-Arbeit zu lieben und zu pflegen.

    1. Abend
    Trio Opus 1/1
    Trio WoO 38
    Trio Opus 97 „Erzherzog Trio“

    2. Abend
    Trio Opus 1/2
    Trio Opus 70/2
    „Kakadu-Variationen“, Opus 121a
    Trio Opus 70/1 „Geister-Trio“

    3. Abend
    Trio-Satz Hess 48
    Trio Opus 1/3
    Variationen Opus 44
    Trio-Satz WoO39
    Trio Opus 11 „Gassenhauer-Trio“